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Presseschau

„Mit der Teilung Jerusalems abfinden“

Israels Premier: Selbst unsere Verbündeten und Freunde streben eine Lösung in den Grenzen von 1967 an.

JERUSALEM. Israels Regierungschef Ehud Olmert bezeichnet sich als einen Realisten. In einem Interview mit der israelischen Zeitung „Jerusalem Post" sagte Olmert gestern (01.01.2008), selbst Israels engste Freunde auf der internationalen Bühne strebten ein Land in den Grenzen von 1967 und mit einem geteilten Jerusalem an.

Nach seiner Einschätzung muss sich Israel mit einer Teilung Jerusalems im Rahmen einer künftigen Nahost-Friedensregelung abfinden.

Die Palästinenser fordern den arabischen Ostteil Jerusalems als Hauptstadt eines eigenen Staates, während Israel die ganze Stadt als „ewige unteilbare Hauptstadt" beanspruchte. Olmert äußerte in dem Gespräch die grundsätzliche Bereitschaft zu einer Teilung des Landes mit den Palästinensern.

Er betonte allerdings, Israel sei im Westjordanland nicht zu einem vollständigen Rückzug auf die Grenzen von 1967 bereit. Er bezeichnete etwa die Siedlerstadt Maale Adumim als „untrennbaren Teil" Israels. Er verwies dabei auf einen Brief des amerikanischen Präsidenten George W. Bush aus dem Jahre 2004 an den damaligen israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon. Bush hatte darin geschrieben, angesichts der neuen Realitäten im Westjordanland und bestehender israelischer Bevölkerungszentren sei es unrealistisch, einen vollständigen israelischen Rückzug zu erwarten. Nach den Worten Olmerts haben einige der oppositionellen, rechts orientierten Parteien in Israel dennoch unrealistische Ideen, weil sie selbst einen Kompromiss über „Teile des Landes Israel" (im Westjordanland) ablehnten. Sollte in Israel nur ein Staat für zwei Völker bestehen, so könnte dies laut Olmert „das Ende der Existenz Israels als jüdischer Staat" bedeuten. „Dies ist eine Gefahr, die wir nicht verleugnen können - sie existiert."

Derweil hat gestern ein neuer Ausbruch innerpalästinensischer Gewalt im Gazastreifen mindestens acht Menschenleben gefordert. Bei den Zusammenstößen zwischen Anhängern der rivalisierenden Palästinenserorganisationen Fatah und Hamas wurden zudem mehr als 30 Menschen verletzt.

Braunschweiger Zeitung, 02.02.2008

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zuletzt geändert 27.05.2008