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Zur
Fußballweltmeisterschaft 2006
Nur noch einen
Monat, dann ist Fußball-Weltmeisterschaft. Schade nur, dass
Israel nicht vertreten ist. Das sage ich nicht bloß als
Fußballfan, sondern auch als politisch denkender Mensch. Eine
israelische Mannschaft im Turnier hätte die politische Lage in
Nahost entscheidend entspannen können. Denn Fußball
ist nicht nur ein schöner Sport, er trägt auch
entscheidend zum Frieden bei.
Ich spreche aus
Erfahrung. Jahrelang war ich Verteidiger bei FC Hakoah Zürich
und habe mit meinem Team in der Kreisliga vor durchschnittlich drei
Zuschauern regelmäßig gegen Mannschaften wie Croatia
6, Stade Marocain oder FC Mezopotamya regelmäßig
verloren. Vor allem gegen den FC Mezopotamya. Die Spieler dieser
Mannschaft kamen, wie der Name schon andeutet, aus dem Irak.
Verstärkt wurden sie durch Palästinenser. Ehrensache
für sie, dass sie den Juden wenigstens auf dem Platz eine
reinwürgen wollten. Nicht, dass das besonders schwierig
gewesen wäre. Wer die Erste Mannschaft des FC Hakoah beim
Aufwärmen sah, konnte bereits vor Beginn der Partie sicher
sein, dass er an diese Kicker keine Punkte würde abgeben
müssen. Dafür bürgte schon der Anblick von
Stürmer Dani, der kurz vor dem Anpfiff seine Kippa mit drei
zusätzlichen Haarnadeln befestigte und sich die Zizit in die
Hose stopfte.
In der
Schweizer jüdischen Presse wurden die Spiele von Hakoah immer
ausführlich gewürdigt. Von heroischen
Zweikämpfen wurde berichtet, keine Torchance verschwiegen und
selbst die Auswechselspieler wurden namentlich erwähnt. Dass
wir trotzdem immer verloren, verstand sich von selbst und musste nicht
noch extra herausgestrichen werden. Wenn der FC Mezopotamya Mitleid mit
uns gehabt hatte, war es wenigstens keine zweistellige Niederlage.
Nie in der
Geschichte sind Muslime und Juden so gut miteinander ausgekommen wie in
der Kreisliga Zürich. Die Araber gewannen und die Juden
verloren. Man kannte sich und schüttelte sich die
Hände vor und nach dem Spiel. Mustafa (5 Tore) klopfte Roni (7
Gegentore) auf die Schulter. „So schlecht warst du gar nicht,
Roni." Roni war kurz vor dem Abpfiff als Torwart eingewechselt worden
und hatte in dieser kurzen Zeit zwei Bälle zwischen seinen
Beinen durchkullern lassen.
Wie gesagt:
Schade, dass Israel sich nicht für die Fußball-WM
qualifiziert hat. Eine anständige Niederlage gegen den Iran,
und die Drohungen von Präsident Ahmadinedschad wären
wahrscheinlich vom Tisch.
Beni Frenkel,
Jüdische Allgemeine Zeitung, 4. Mai 2006
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Zuletzt
geändert am 08.04.2007
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