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Neuer Friedensanlauf

Besuch zu Pessach

 

 

Zuletzt geändert am 08.04.2007

Zur Fußballweltmeisterschaft 2006

Nur noch einen Monat, dann ist Fußball-Weltmeisterschaft. Schade nur, dass Israel nicht vertreten ist. Das sage ich nicht bloß als Fußballfan, sondern auch als politisch denkender Mensch. Eine israelische Mannschaft im Turnier hätte die politische Lage in Nahost entscheidend entspannen können. Denn Fußball ist nicht nur ein schöner Sport, er trägt auch entscheidend zum Frieden bei.

Ich spreche aus Erfahrung. Jahrelang war ich Verteidiger bei FC Hakoah Zürich und habe mit meinem Team in der Kreisliga vor durchschnittlich drei Zuschauern regelmäßig gegen Mannschaften wie Croatia 6, Stade Marocain oder FC Mezopotamya regelmäßig verloren. Vor allem gegen den FC Mezopotamya. Die Spieler dieser Mannschaft kamen, wie der Name schon andeutet, aus dem Irak. Verstärkt wurden sie durch Palästinenser. Ehrensache für sie, dass sie den Juden wenigstens auf dem Platz eine reinwürgen wollten. Nicht, dass das besonders schwierig gewesen wäre. Wer die Erste Mannschaft des FC Hakoah beim Aufwärmen sah, konnte bereits vor Beginn der Partie sicher sein, dass er an diese Kicker keine Punkte würde abgeben müssen. Dafür bürgte schon der Anblick von Stürmer Dani, der kurz vor dem Anpfiff seine Kippa mit drei zusätzlichen Haarnadeln befestigte und sich die Zizit in die Hose stopfte.

In der Schweizer jüdischen Presse wurden die Spiele von Hakoah immer ausführlich gewürdigt. Von heroischen Zweikämpfen wurde berichtet, keine Torchance verschwiegen und selbst die Auswechselspieler wurden namentlich erwähnt. Dass wir trotzdem immer verloren, verstand sich von selbst und musste nicht noch extra herausgestrichen werden. Wenn der FC Mezopotamya Mitleid mit uns gehabt hatte, war es wenigstens keine zweistellige Niederlage.

Nie in der Geschichte sind Muslime und Juden so gut miteinander ausgekommen wie in der Kreisliga Zürich. Die Araber gewannen und die Juden verloren. Man kannte sich und schüttelte sich die Hände vor und nach dem Spiel. Mustafa (5 Tore) klopfte Roni (7 Gegentore) auf die Schulter. „So schlecht warst du gar nicht, Roni." Roni war kurz vor dem Abpfiff als Torwart eingewechselt worden und hatte in dieser kurzen Zeit zwei Bälle zwischen seinen Beinen durchkullern lassen.

Wie gesagt: Schade, dass Israel sich nicht für die Fußball-WM qualifiziert hat. Eine anständige Niederlage gegen den Iran, und die Drohungen von Präsident Ahmadinedschad wären wahrscheinlich vom Tisch.

Beni Frenkel, Jüdische Allgemeine Zeitung, 4. Mai 2006

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Zuletzt geändert am 08.04.2007