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Ein Jahr danach:

Siegreiche Niederlage

Die Leute haben viel verloren

 

Israel im Überblick

So begann der Libanon-Krieg

Ende März 2006: Bei den Parlamentswahlen in Israel wird die Kadima-Partei stärkste Fraktion, Ehud Olmert wird mit der Regierungsbildung beauftragt. Tags darauf wird die von der radikal-islamischen Hamas-Bewegung geführte palästinensische Regierung vereidigt.

April 2006: Israel fliegt mit F-16-Kampfbombern Angriffe auf Ziele im Gazastreifen, Mindestens 15 Menschen sterben. Militante Palästinenser beschießen israelische Grenzorte mit Kleinraketen. Am 13. April dringen israelische Soldaten erstmals seit ihrem Abzug wieder in den Gazastreifen ein. Vier Tage später sprengt sich ein Palästinenser in Tel Aviv in die Luft und reißt neun Menschen in den Tod. Weil die Hamas sich weigert, Israel anzuerkennen und der Gewalt abzuschwören, stoppen die USA und die EU ihre Finanzhilfen für die Palästinensergebiete. Die Hamas-Regierung kann ihren 165000 Beschäftigten keine Gehälter mehr zahlen. Es kommt zu gewalttätigen Protesten und Schießereien zwischen Anhängern von Hamas und der Fatah-Bewegung von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas.

9. Juni 2006: Bei den schwersten Angriffen Israels seit dem Abzug aus Gaza sterben 18 Palästinenser. Frauen und Kinder werden getötet, als ein israelisches Marineboot das Feuer auf den Strand von Gaza-Stadt eröffnet. Bilder eines schreienden Mädchens am Strand zwischen den Leichen seiner Familie schockieren die Öffentlichkeit. Radikale Hamas-Anhänger kündigen die seit 16 Monaten weitgehend eingehaltene Waffenruhe auf und feuern wieder Kassam-Raketen auf Israel ab. Die israelische Armee fliegt weitere Luftangriffe gegen militante Palästinenser im Gazastreifen.

25. Juni 2006: Ein palästinensischer Kommandotrupp dringt vom Gazastreifen durch einen Tunnel auf israelisches Gebiet vor, tötet zwei Soldaten und verschleppt den 19-jährigen Hauptgefreiten Gilad Schaut. Israel, so die Forderung, soll im Austausch gegen Schaut mehr als 1400 palästinensische Gefangene freilassen. Israels Armee beginnt drei Tage später mit der Operation „Sommerregen". Soldaten dringen in den nun abgeriegelten Gazastreifen ein, die Luftwaffe bombardiert ein Elektrizitätswerk und legt die Stromversorgung für 700000 Palästinenser lahm, der Beginn einer wochenlangen Serie schwerer Luftangriffe. Am 28. Juni jagen israelische Kampfjets im Tiefflug über den Palast des syrischen Präsidenten und Hamas-Förderers Baschar Assad.

Einen Tag später nehmen israelische Soldaten einen Teil der Hamas-Führungsriege fest, führen acht Minister und 22 Abgeordnete mit verbundenen Augen und in Handschellen ab.

12. Juli 2006: Kämpfer der libanesischen Hisbollah feuern Katjuscha-Raketen auf die israelische Stadt Shlomi und überfallen eine israelische Patrouille Nordisrael. Acht israelische Soldaten werden getötet und zwei weitere in den Libanon verschleppt. Olmert macht die libanesische Regierung in Beirut für den Überfall verantwortlich und spricht von einem „Kriegsakt". Israel reagiert mit der Militäroperation „Angemessener Preis": massive Luftschläge auf Ziele im Libanon, Bomben auf den internationalen Flughafen in Beirut, die Schnellstraße nach Damaskus, zahlreiche Brücken. Eine Seeblockade wird verhängt. Schon bald befinden sich mehr als eine halbe Million Libanesen in ihrem Land auf der Flucht. Tausende Ausländer werden evakuiert.

13. Juli 2006: Katjuscha-Raketen fallen auf Haifa, Naharija und Sefad. Die israelische Armee bombardiert den Beiruter Flughafen.

20. Juli 2006: Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah lehnt eine Freilassung der entführten Soldaten ab. Israel mobilisiert Tausende Reservisten. Bodentruppen liefern sich später im Libanon heftige Gefechte mit Hisbollah-Kämpfern um die Kontrolle von Dörfern an der Grenze. Die Vereinten Nationen stellen Überlegungen für den Einsatz einer internationalen Friedenstruppe an. 25. Juli 2006: Vier UN-Blauhelme sterben durch israelische Bomben, die einen UN-Außenposten im libanesischen Dorf Chiam treffen. Zuvor haben UN-Militärs mehrfach israelische Soldaten gebeten, das Bombardement in der Nähe dieses Postens einzu­stellen. Nach UN-Angaben gibt es in dieser Region keine Hisbollah-Stellungen. Ende Juli 2006: Im Libanon starben seit Beginn der israelischen Militäroperation mehr als 750 Menschen, die meisten von ihnen Zivilisten. Israels Armee geht davon aus, mindestens 200 Hisbollah-Kämpfer getötet zu haben. Die Hisbollah feuert weiter Raketen. auf israelische Orte ab, 51 Menschen starben durch diese Angriffe. Im Gazastreifen sind 1,4 Millionen Palästinenser weiter eingeschlossen, dort starben seit Beginn der Operation „Sommerregen" mehr als 160 Palästinenser. Der Krieg endete nach 33 Tagen mit dem Rückzug der israelischen Armee aus dem Libanon und dem Einsatz einer UN-Truppe.

26. Juli 2006: Kämpfe um Bint Dschbeil.

29. Juli 2006: Raketenangriff auf Afula.

30. Juli 2006: 48-stündige Feuerpause vereinbart.

12. August 2006: Der UN-Sicherheitsrat beschließt mit der Resolution 1701 den schrittweisen Rückzug Israels aus dem Südlibanon, die Stärkung der libanesischen Armee und ein robustes UNIFIL-Mandat.

13. August 2006: Das israelische Kabinett akzeptiert die Waffenruhe.

14. August 2006: Die Waffenruhe tritt in Kraft.

u.a. nach Stern, Ausg. 32

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zuletzt geändert am 28.05.2008