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Neuer
Friedensanlauf
Auch die
Jüdische Allgemeine hat es vorige Woche gemeldet: Auf der
Pariser Buchmesse wurde ein neuer Nahost-Friedensanlauf gestartet. Der
Comicband „Asterix im Morgenland", 1987 erstmals erschienen,
soll jetzt gleichzeitig ins Arabische und Hebräische
übersetzt werden. Damit wolle man „eine
Brücke" zwischen Juden und Arabern schlagen, sagte der
syrische Übersetzer Dschamal Tschehaieb. Seine israelische
Kollegin Dorith Daliot Rubinovitz sieht in dem kleinen Gallier sogar
das Symbol für einen „Humanismus ohne Grenzen".
Dagegen
möchte ich hier Einspruch erheben. Asterix ist ein
drogenabhängiger („Zaubertrank") Wicht, der mit
seinen gallischen Landsleuten in einem Dorf lebt, das von einer
Schutzmauer(!) umgeben ist. Für die Palästinenser ist
das eine Provokation. Mit seinem übergewichtigen Kumpan Obelix
jagt Asterix Wildschweine, die anschließend verzehrt werden.
Das verstößt gegen jüdische ebenso wie
gegen muslimische Speisevorschriften. Außerdem ist es
politisch unkorrekt: Schließlich stehen Wildschweine in der
EU unter Artenschutz.
Besagter Obelix
ist außerdem durch ausländerfeindlichen
Sprüche auffällig geworden: „Die spinnen
die Römer!", „Die spinnen, die Engländer"
und, für mich als Schweizer, schwer erträglich:
„Die spinnen, die Helvetier!" Es bleibt nicht bei verbaler
Gewalt: Asterix und Obelix überfallen und verprügeln
regelmäßig arglose Menschen mit römischem
Migrationshintergrund sowie Angehörige einer vorbildlich
multi-kulturellen Schiffsbesatzung. Wer sich so verhält, ist
nicht geeignet, Frieden zwischen Juden und Arabern zu vermitteln.
Für
diese verantwortungsvolle Aufgabe schlage ich stattdessen Donald Duck
vor, der in jeder vorstellbaren Weise als Vermittler zwischen Israel
und seinen Nachbarn qualifiziert ist. Erstens ist er Pazifist;
zumindest zieht Donald bei Streitereien mit Onkel Dagobert, Gustav Gans
und praktisch allen anderen Bewohnern Entenhausens immer den
Kürzeren. Das gibt ihm die notwendige Sensibilität,
um sich in die Lage von Opfern und Unterdrückten
einzufühlen, als die sich Juden genauso wie Araber verstehen.
Zweitens gehört Donald Duck keiner Religionsgemeinschaft oder
ethnischen und nationalen Gruppe an. Konflikte mit Entenhausen sind
weder aus der jüdischen noch arabischen Geschichte
überliefert. Neutraler geht's nicht. Drittens hat er als
Erziehungsberechtigter von Tick, Trick und Track gelernt, Streit und
Unruhen diplomatisch, aber mit fester Hand, beizulegen.
Last not least
ist Donald Duck als Ente koscher und halal. Die Lösung des
Nahostkonflikts könnte bei einem
israelisch-palästinesischen Festmahl mit leckerem Entenbraten
besiegelt werden. Für den Friedenist kein Opfer zu
groß.
Beni Frenkel
Jüdische
Allgemeine am 05.04.2007
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