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Israel im Überblick

 

Israels ewiger Kampf

Vom Verlust des Gelobten Landes bis zum Holocaust - stets litten die Juden unter VERFOLGUNG UND VERTREIBUNG. Mit einem neuen Staat in Palästina wollen sie 1948 ihr Schicksal wenden. Doch Frieden finden sie nicht.

Um 1250 v. Chr. - Israelitische Stämme besetzen das Land Kanaan.

Um 1000 bis 926 v. Chr. - Glanzzeit des jüdischen Reiches unter den Königen David und Salomo: David vereinigt die Königreiche Juda und Israel und macht Jerusalem zur Hauptstadt

70 n. Chr. - Nach einem jüdischen Aufstand gegen Rom nimmt Titus Jerusalem ein. Die Juden leben fortan in der Diaspora (griechisch für Zerstreuung), als Minderheit in Ländern mit anderen Religionen.

638 - Araber erobern Palästina, 691 errichten die Muslime auf dem Tempelberg in Jerusalem den Felsendom. Die neuen Herren tolerieren die jüdische Religion als Vorstufe des Glaubens an Allah. Im christlichen Europa werden Juden oft verfolgt, 1492 aus Spanien vertrieben.

1882 - Eine Gruppe junger russischer Juden flieht vor Pogromen nach Palästina und gründet einen erfolgreichen Landwirtschaftsbetrieb. 1896 beschreibt Theodor Herzl, der Begründer des Zionismus, dieses Projekt in seinem Buch „Der Judenstaat". 1897 fordert Herzl auf dem ersten Zionistenkongress in Basel eine „öffentlich-rechtlich gesicherte Heimstätte" in Palästina.

1917 - Der britische Außenminister Balfour sichert den Zionisten Unterstützung bei der Errichtung einer „nationalen Heimstätte" der Juden in Palästina zu. Die zionistische Siedlungsbewegung gewinnt angesichts des zunehmenden Antisemitismus in Deutschland und Europa an Stärke.

1920 - Mit dem Ersten Weltkrieg endet die osmanische Herrschaft, die Briten übernehmen das Protektorat über Palästina. Durch zwei Einreisewellen (Aliya) von 1924 bis 1931 und von 1932 bis 1939 wächst die jüdische Bevölkerung stark an.

1939 - Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs schränkt Großbritannien auf arabischen Protest hin die jüdische Zuwanderung drastisch ein. Die Restriktionen bleiben trotz systematischer Ausrottung der Juden durch die Nazis bis über das Kriegsende hinaus bestehen. Innerhalb und außerhalb Israels organisiert die jüdische Gemeinschaft ein illegales Einwanderungsnetz, Aliya Bet, durch das etwa 85 000 Überlebende des Holocaust ins Land kommen.

1947 - Am 29. November nimmt die Generalversammlung der Vereinten Nationen mit Zweidrittelmehrheit einen Plan an, der Westpalästina in einen jüdischen und einen arabischen Staat teilen soll. Für die Juden ist ein schmaler Küstenstreifen von Haifa bis südlich von Tel Aviv, ein Teil der Wüste Negev und ein Gebiet am See Genezareth vorgesehen. Den Palästinensern soll das fruchtbarere Land westlich des Jordans bleiben, mit Jerusalem als Zentrum. Die Stadt selbst soll unter internationale Verwaltung kommen. Die Zionisten sind begeistert, die Araber lehnen die Teilung ab.

1948 - Einen Tag bevor das britische Mandat über Palästina endet, proklamieren die Juden am 14. Mai ihren eigenen Staat Israel. Noch in der Gründungsnacht erklären Ägypten, Jordanien, der Libanon, der Irak und Syrien dem neuen Staat den Krieg. Der Israelische Unabhängigkeitskrieg, der bis Juli 1949 dauert, bringt dem neuen Staat gegenüber dem Teilungsplan erhebliche Gebietsgewinne - vor allem im westlichen Galiläa um Akko und im nördlichen Negev. Der Krieg endet nur mit einem Waffenstillstandsabkommen, ohne Friedensschluss. Eine Million Palästinenser werden nach Gaza, ins Westjordanland, nach Syrien, Jordanien und in den Libanon vertrieben oder wandern aus Angst in diese Länder aus. Die nach dem Teilungsplan für die Palästinenser vorgesehenen Gebiete kommen unter jordanische (Westjordanland einschließlich Ost-Jerusalem) beziehungsweise ägyptische Verwaltung (Gazastreifen).

1956 - Ägypten enteignet die Suez-Kanal-Gesellschaft. Israel greift mit Hilfe Großbritanniens und Frankreichs Ägypten an. Die Supermächte USA und Sowjetunion beenden die Suez-Krise.

1967 - Im Sechs-Tage-Krieg erobert Israel die Golanhöhen, das Westjordanland mit Ost-Jerusalem, den Gazastreifen und die Sinai-Halbinsel. Ägypten, Syrien und Jordanien erleiden eine vernichtende Niederlage.

1973 - Am höchsten jüdischen Feiertag, Jom Kippur, greifen Ägypten und Syrien Israel an (Jom-Kippur-Krieg). Wieder bleibt Israel siegreich.

1978 - In Camp David, dem Landsitz des US-Präsidenten, einigen sich der ägyptische Präsident Anwar al Sadat und der israelische Premierminister Menachem Begin zum ersten Mal auf die Formel „Land gegen Frieden". Israel zieht sich in den folgenden Jahren von der Sinai-Halbinsel zurück, forciert aber den Ausbau der Siedlungen im Gazastreifen und im Westjordanland.

1982 - Um fortgesetzten Terror der PLO zu beenden, besetzt Israel den Südlibanon und vertreibt die Palästinenser-Organisation aus dem Land. Unter Duldung der israelischen Armee verüben christliche Milizen ein Massaker in den palästinensischen Flüchtlingslagern Sabra und Shatila. Verschiedene schiitische Gruppen schließen sich im Libanon zur Hisbollah zusammen, um gegen Israel zu kämpfen.

1987 - Beginn der ersten Intifada. Der Palästinenser-Aufstand dauert bis Sommer 1993.

1993 - Im Frieden von Oslo einigen sich PLO-Chef Jassir Arafat und Israels Ministerpräsident Yitzhak Rabin auf einen Friedenspakt Die Palästinenser übernehmen Teile des Westjordanlandes und des Gazastreifens als autonomes Gebiet.

1995 - Yitzhak Rabin wird von einem jüdischen Extremisten ermordet. Erste systematische Selbstmordanschläge von Palästinensern werden verübt.

2000 - Israel zieht sich nach 18 Jahren aus dem Südlibanon zurück. Etwa 800 Soldaten wurden während der Besatzungszeit getötet. Der Besuch von Likud-Führer Sharon auf dem Tempelberg liefert den Vorwand zur zweiten Intifada.

 

 

2005 - Israel räumt alle jüdischen Siedlungen im Gazastreifen, überträgt die Regierung den Palästinensern.

2006 - Krieg im Südlibanon.

 

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zuletzt geändert am 14.10.2007